Seit 2001 gehören die fächerübergreifenden Projektarbeiten der Metallbauerinnen und Metallbauer im dritten Lehrjahr zu den Höhepunkten der Ausbildung am BBZ Pfäffikon. Dieses Jahr standen die Entwicklung und der Bau innovativer Grillstationen im Mittelpunkt. Unter der Leitung von Fabian Gyr entstanden sechs individuelle Lösungen, die die Lernenden im Rahmen einer öffentlichen Präsentation einem breiten Publikum vorstellten.

Text & Bilder: Redaktion Zeitschrift «metall»

Doppelsieg für die Gruppe 1.

Der Duft von Grilladen lag in der Luft, als sich am 1. Juni zahlreiche Eltern, Berufsbildner, Sponsoren sowie Vertreter aus Wirtschaft und Politik im Berufsbildungszentrum Pfäffikon versammelten. Anlass war die öffentliche Präsentation der diesjährigen Projektarbeiten der angehenden Metallbauer/innen im dritten Lehrjahr. In sechs Teams mit jeweils zwei bis drei Lernenden hatten die Nachwuchsfachkräfte während mehrerer Wochen die Aufgabe, eine Grillstation zu entwickeln, zu konstruieren und zu bauen. Den Abschluss bildete die Präsentation
vor Publikum, bei der die Gruppen ihre Konzepte vorstellten und die Besonderheiten ihrer Werke erläuterten.

Zusammenarbeit über Fachgrenzen hinweg
Zum Auftakt begrüsste Rektor Roland Jost die Gäste in der Aula des BBZ Pfäffikon. Er wies darauf hin, dass die Präsentationen durch kulinarische Beiträge der angehenden Restaurationsfachleute ergänzt würden. Diese sorgten nicht nur für spannende Einblicke in ihren Beruf, sondern zeichneten unter der Leitung von Tanja Posch auch für den Apéro und die anschliessenden Grilladen verantwortlich.

Die Gruppe 2 als Zweitplatzierte beim Publikumspreis darf ihren Grill ebenfalls behalten.

Fabian Gyr, Fachlehrer Metallbau und Projektverantwortlicher, erläuterte den Gästen die Zielsetzungen der Projektarbeit. Gleichzeitig nutzte er die Gelegenheit, seinen Lehrerkollegen für ihre engagierte Unterstützung zu danken. Die Fertigung und Montage der Grillstationen erfolgte im Rahmen der überbetrieblichen Kurse unter der Leitung von Hansjörg Naef. Ergänzt wurde das Projekt durch den allgemeinbildenden Unterricht von Robert Kälin. Dort standen Themen wie Rapportwesen, Dokumentation, Präsentationstechnik und die Vorbereitung der öffentlichen Auftritte im Zentrum. Ein besonderer Dank ging zudem an die grosszügigen Sponsoren. Ohne ihre Unterstützung wären Projekte dieser Grössenordnung kaum realisierbar. «Sie leisten einen wichtigen Beitragdazu, dass unsere Lernenden Erfahrungen sammeln können, die weit über den regulären Unterricht hinausgehen», betonte Fabian Gyr.

Klare Vorgaben, viel Raum für Kreativität
Obwohl die Aufgabenstellung auf den ersten Blick überschaubar wirkte, waren die Anforderungen anspruchsvoll. Die Grillstationen durften maximale Abmessungen von 1200 × 1200 mm nicht überschreiten und mussten aus handelsüblichen Materialien des Metallbaus gefertigt werden. Sämtliche Elemente sollten transportfreundlich sein und durch eine Türöffnung von 800 × 2000 mm passen. Innerhalb dieser Rahmenbedingungen konnten die Teams ihre Ideen frei entwickeln. Ziel war es, möglichst viele Facetten des Metallbaus in die Arbeiten einfliessen zu lassen – von Konstruktion und Materialwahl über Fertigungstechniken bis hin zur gestalterischen Umsetzung. «Wir legten grossen Wert auf eine qualitativ hochwertige Ausführung», erklärte Fabian Gyr und fügte an: «Die Lernenden sollten den gesamten Projektablauf erleben – von der Ideenfindung über die Konstruktionsskizzen und die CAD-Planung bis hin zu Zuschnittlisten, Materialbestellungen und der eigentlichen Fertigung.» Für Planung und Konstruktion standen insgesamt 31 Lektionen zur Verfügung. Weitere 24 Stunden wurden in den überbetrieblichen Kursen für Herstellung und Montage eingesetzt. Hinzu kamen neun Lektionen Allgemeinbildung für Dokumentationen sowie die Vorbereitung und Durchführung der Präsentationen.

Der Grill der Gruppe 3 mit den «besten Würstchen». Die Bauart erinnert auch an Kocheinheiten der 1950er-Jahre.

Unterschiedliche Konzepte, beeindruckende Lösungen
Am Präsentationstag zeigte sich eindrücklich,
wie unterschiedlich die Teams die Aufgabe interpretiert hatten. Jede Gruppe stellte ihre Grillstation vor und erläuterte technische Besonderheiten, konstruktive Herausforderungen und praktische Vorteile. Auffällig war die intensive Nutzung von Blech in unterschiedlichsten Ausführungen. Ob als tragendes Element, als Grillfläche oder als gestalterisches Detail – die Lernenden demonstrierten eindrucksvoll die Vielseitigkeit moderner
Blechbearbeitung. Gleichzeitig fanden auch Holzkomponenten ihren Platz in zahlreichen Projekten, sei es als Verkleidung, Ablagefläche oder Sitzgelegenheit. Die technische Bewertung der Arbeiten erfolgte durch die Lehrkräfte anhand eines detaillierten Punktesystems. Parallel dazu durfte das Publikum die originellste Grillstation wählen. Beide Wettbewerbe sorgten für zusätzliche Spannung, denn die Siegerteams durften ihre Werke behalten.

Gruppe 4: Vierkantstahlrohre als Tragkonstruktion. Drei Männer und nur zwei Bier!?

Doppelsieg für Gruppe 1
Aus fachlicher Sicht erfüllten sämtliche Projekte die gestellten Anforderungen. Alle Grillstationen überzeugten durch Kreativität, handwerkliche Qualität und technische Raffinesse. Während einige Teams besonders innovative Konstruktionen entwickelten, setzten andere den Fokus konsequent auf Funktionalität und Benutzerfreundlichkeit. Besonders erfolgreich war die Gruppe 1. Ihre Grillstation kombinierte verschiedene Stahlqualitäten mit unterschiedlichsten Oberflächen und Holz zu einem harmonischen Gesamtbild. Herzstück war eine trichterförmige Konstruktion mit flacher Grillplatte, integriertem Kohlenbehälter und durchdachtem Zuluftsystem. Die Verbindung von Technik, Gestaltung und Funktionalität überzeugte sowohl das Publikum als auch die Fachjury. Die Gruppe sicherte sich damit den ersten Rang in beiden Wertungen. Den zweiten Platz beim Publikumspreis belegte die Gruppe 2. Ihre bewusst tief gehaltene Konstruktion setzte auf eine grosszügige Grillplatte aus lasergeschnittenem Stahlblech. Ein seitlich und in der Höhe verstellbarer Rost ermöglichte eine präzise Regulierung der Wärmeeinwirkung. Ergänzt wurde das Konzept durch einen hölzernen Ablagerahmen, der der Anlage eine gewisse Harmonie verleiht. Damit durften sowohl die Siegergruppe als auch die Zweitplatzierten ihre Grillstation mit nach Hause nehmen.

Ein Grill mit grosser Wanne. Ob Spiegeleier oder Steaks – alles ist möglich.

Lernen fürs Berufsleben
Für Fabian Gyr fiel das Fazit durchwegs positiv aus. Die Projektarbeit habe einmal mehr gezeigt, welches Potenzial in den angehenden Berufsleuten stecke. «Die Lernenden haben bewiesen, dass sie zu beeindruckenden Teamleistungen fähig sind», sagte er nach der Rangverkündigung. «Von der ersten Idee über Planung und Arbeitsvorbereitung bis hin zur Fertigung und Präsentation haben sich alle engagiert eingebracht. Jeder Einzelne hat Verantwortung übernommen und sein Bestes gegeben.» Genau darin liegt der besondere Wert dieser
mittlerweile traditionsreichen Projektarbeiten. Sie verbinden Fachwissen mit Teamarbeit, fördern selbstständiges Denken und verlangen den Lernenden jene Kompetenzen ab, die sie später im Berufsalltag benötigen. Die Grillstationen waren deshalb weit mehr als nur Ausbildungsobjekte – sie waren sichtbare Belege
für das Können, die Kreativität und die Zukunft des Metallbaus

Gruppe 6: Buffet oder Grill? Der Rost lässt sich elegant in der Höhe variieren und die Asche einfach
über der Schublade entfernen.